Dienstag, 22. Mai 2007

Sage-Club vs. schwule Exzentriker

Oje, oje, oje... Was habe ich da nur gemacht? Freitagabend, Superzandy, mein geschätzter Freund und DJ lädt mich in den Sage-Club ein. Er legt zusammen mit Tom Novy auf und das Line-up schreit nach einem tollen Abend. Hatte ich auch, aber mir scheint, dass ich es ein kleines bisschen übertrieben habe. Habe ich das tatsächlich? Eigentlich nicht, da ich meine, dass ich so unterwegs war wie immer, nur, dass mir ein paar Erinnerungen fehlen. Genau genommen, ca. ein bis zwei Stunden. Liebe Kinder, Finger weg von Drogen! Und falls ihr es doch mal ausprobiert, habt immer jemanden dabei der euch beobachtet und später erzählen kann, was ihr tatsächlich alles so getrieben habt.
Sage Club am 18.05.2007
Wo wir gerade beim Thema Treiben sind. Also, an diesem besagten Abend war ich mit meinem Freund Thorsten im Sage. Zu vor kam er zu mir nach Hause, wir tranken noch etwas, plauderten ein wenig und machten uns dann gegen halb zwei auf den Weg. Um zwei Uhr im Sage-Club angekommen traf mich, wie so oft wenn ein Top-DJ (in diesem Fall Tom Novy) auflegt, ein Kulturschock. Das Publikum schreite schon sehr nach Umland, also Landeier, die mal in die große Stadt fahren und den großen Tom Novy live in einem coolen Club erleben wollen. Oh ja, der große Tom Novy... Also, ich mag Tom Novy, allerdings hatte ich so das Gefühl, dass er nicht wirklich Bock hatte den Laden zu rocken. Superzandy erzählte mir später, dass er mit dem Sound sehr unzufrieden war, na ja, und ein DJ der unzufrieden ist, der verliert halt schnell das Gespür für’s Publikum. Den Landeiern war es sowieso egal, denn auch wenn der DJ weniger gut drauf ist, ist das für die immer noch ein extremgeiles Event.
Tom Novy im Sage Club
Mein Guter alter Sage-Club, was ist nur aus dir geworden? Früher, also so vor 5 Jahren, bin ich super gerne dort gewesen, denn damals war der Sage tatsächlich noch etwas Besonderes. Es war eine unglaublich tolle Stimmung, alle feierten exzessiv miteinander und an der Bar floss der Jägermeister in Strömen. Den Jägermeister verabreichte einem die Barschlampe im Übrigen oral. Wie hieß er denn noch mal? Micha, Tom, Heiko? Mir fällt sein Name nicht mehr ein, schade, aber er konnte gut küssen... Ich schweife ab. Also, damals war es einfach toll. Auch die Mischung zwischen Schwulen und Heten stimmte und niemand störte sich daran, wenn irgendwo, irgendwer mit irgendwem herumknutschte. So war es einst, aber leider ist es so schon lange nicht mehr. Okay, hier und da gibt es mal eine hauptsächlich schwule Party, wo die Stimmung dem alten Feeling nahe kommt, aber eigentlich geht man als Schwuler schon seit Jahren woanders hin. Nichts desto Trotz ist Superzandy ein Garant für super Musik, tolle Beats und Party pur. Wie auch geschehen.
Superzandy im Sage-Club
Na ja, also Thorsten und ich kamen da an, nahmen ein zwei Drinks, saßen ein wenig am Pool und auf einmal hatte ich eine Pille im Mund. Was soll’s, runter damit, denn alle paar Monate mal so ein Teil schmeißen ist schon okay und macht ja auch Spaß. War dann doch ziemlich gutes Zeug, denn es dauerte keine 30 Minuten und ich habe mich von der Musik treiben lassen und abgesehen von Thorsten alles um mich herum vergessen. Wirklich alles! Ich habe mir gerade Bilder vom Sage angesehen und musste feststellen, dass unglaublich viele Leute da waren, die ich kannte, wo ich mich aber nur noch an 3 Leute erinnern kann. Und ich bin mir sicher, dass die anderen auch auf mich zugekommen sind. Na ja, bei nächster Gelegenheit werde ich das mit denen dann noch mal auswerten. Thorsten und ich waren also auf der Tanzfläche angekommen und die Musik zog uns in einen Rausch hinein. Wir tanzten wie alle anderen, berührten uns, knutschten und machten unsere Show, nicht für den Club, sondern nur für uns. Das muss dann so zwei Stunden angedauert haben, denn auf einmal war es halb sechs, der Rausschmissscheinwerfer ging an und Superzandy spielte die letzte Nummer. Ich verabschiedete mich von ihm, nahm mir Thorsten und wir gingen in den nächsten Club, dem Berghain, nur eine S-Bahn-Station weiter.

Das Berghain ist toll, um 24 Uhr beginnt die Party dort und endet erst am nächsten Tag so gegen 16 Uhr. Genau das richtige, für exzentrische Schwule, denn im Berghain ist es tatsächlich egal wie man sich benimmt. Dort waren wir dann noch so bis 10 Uhr, hatten jede Menge Spaß und aus dem Berghain fehlen mir auch keine Erinnerungen. Gut so! Eigentlich wären wir auch gerne länger geblieben, aber wir mussten vernünftig sein, denn Thorsten hatte in der folgenden Nacht Nachtdienst und da musste er ab 18 Uhr ausgeschlafen und wieder einen klaren Kopf haben. Gesagt, getan! Alles ist gut und Thorsten und ich bereuen diese Nacht in keiner Form. Bis gestern!

Über 20 Ecken würde mir mitgeteilt, dass man Thorsten und mich im Sage gesehen und wir uns ja in den Augen dieser Person total daneben benommen hätten. Hilfe! Mist! Was habe ich getan, woran ich mich nicht mehr erinnern kann? Das mir Erinnerungen fehlen ist mir ja schon bewusst geworden, aber haben wir uns tatsächlich so daneben benommen? Nein, soviel steht in jeden Fall fest, da bin ich mir sicher. Denn wäre es so gewesen, wären früher oder später die Türsteher gekommen und hätten uns zu Recht gewiesen bzw. gebeten den Club zu verlassen. War aber nicht so, also kann es so schlimm nicht gewesen sein. Dieser Typ störte sich dran, dass Thorsten und ich auf der Tanzfläche herumknutschten, mit freien Oberkörper tanzten, gelegentlich Fickstellungen nachahmten und na ja, so ein wenig an uns rumleckten (Brustwarzen, Bauchnabel und so). Jeder normale Clubgänger stört sich an so etwas eigentlich nicht. Das machen immer nur die Leute, die selbst nicht gut drauf sind und anderen den Spaß nicht gönnen. Nachdem ich meine Informanten gebeten hatte ein wenig nachzufragen, denn jede Erinnerung, die ich erhalte, kann nur gut sein, stellte sich heraus, dass Thorsten und der Typ mal Sex miteinander hatten und dieser Typ dummerweise mit Thorsten eine miese Erinnerung verbindet. Das erklärt mir natürlich alles. Dieser Typ pikierte sich darüber dass man in einem Hetenladen sich als Schwuler nicht so exzessiv verhalten sollte, da man ja dann der ganzen Welt vermitteln würde, dass es bei den Schwulen immer nur um Sex geht. Aber natürlich, es geht verdammt noch mal immer nur um Sex! Aber nicht nur bei den Schwuppen, auch bei den Heten. In jeder unserer Handlung kann man etwas Sexuelles hinein interpretieren – unser ganzen Tun wird durch dem Instinkt der Arterhaltung bestimmt.

Aber was soll’s, ich behalte diese Nacht in einer sehr angenehmen Erinnerung. Ich hatte viel Spaß und abgesehen davon, dass mir ein paar Erinnerungen fehlen, habe ich es auch nicht übertrieben. Selbst wenn: Solcherlei Nächte kommen alle sechs bis acht Wochen mal vor, in der übrigen Zeit bin ich ein ganz normaler schwuler Mann, der zur Arbeit geht und seinen Abwasch macht. Wer seinen Pflichten nachkommt, der darf auch dreckig feiern. Es ist alles in Ordnung, solange man nicht den Überblick verliert und seinen Alltag vernachlässigt. Das machen weder Thorsten noch ich. In diesem Sinne: Let’s Rock!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey, wir waren dabei und können dir bestätigen, dass du dich nicht daneben benommen hast.

Du hast beim Tanzen rumgemacht und beim Rummachen getanzt. Mehr nicht. Hättest du dich daneben benommen, hätten wir dich schon in ein Taxi gesetzt und nach Hause fahren lassen.

Die Party war geil, Superzandy wie immer genial und du Marco hast einfach nur das Haus gerockt. Wir sehen uns Sonntag im GMF.

Die Jungs aus dem BigBlue