Tatata… Das war ja eine Aktion. Licht aus und wir retten damit die Welt. Na gut, es ging darum ein Zeichen zu setzen, was aber wie ich finde, total in die Hose gegangen ist. Ich habe im Übrigen mitgemacht. Um 19:50 Uhr habe ich die Hauptsicherung bei mir zu Hause ausgemacht (ja, 10 Minuten früher, denn ich wollte ein noch größeres Zeichen setzen), habe meinen Hund genommen und stellte mich auf die Kolonnenbrücke, da man von dort einen tollen Blick auf die Stadt hat.
Dort angekommen war alles hell, ich konnte den Fernsehturm sehen und sagen wir mal gut 500 hell erleuchtete Haushalte. Mein Blick auf die Uhr verriet mir zwei Minuten vor 20 Uhr. Vorfreude! Schlag 20 Uhr sah ich wie sich der beleuchtete Fernsehturm verdunkelte, aber abgesehen davon blieb es hell. Einige Privatwohnungen, wenn es hoch kommt, zehn machten ebenso das Licht aus, aber mehr passierte leider nicht. Alles in allem betrachtet war es ziemlich ernüchternd. Schade. Man sollte sich vielleicht eingestehen das BILD-Leser und ProSieben-Zuschauer das Klima schlichtweg egal ist.
Ich persönlich habe bei dieser Aktion auch nur mitgemacht, da ich hoffte, dass es irgendwie ein bewegender Moment wird, wenn ganz viele Menschen mitmachen, also gemeinsam ein Zeichen setzen. Natürlich ist es auch ein Zeichen, wenn weltberühmte Bauwerke für einige Minuten nicht beleuchtet sind, aber es tut der Brisanz des Klimawandels keinen Gefallen. Wer die Medienberichte im Vorfeld verfolgt hat, erinnert sich daran, dass die einen (BILD, ProSieben) lediglich einen Medienereignis hervor beschworen und die anderen auf dieses Medienereignis herumgehackt haben.
Persönlich hätte ich mir eine ehrliche Diskussion darüber gewünscht und vor allem Aufklärung, wie jeder einzelne mit ganz einfachen Mitteln zum Klimaschutz beitragen kann. Solcherlei Tipps gab es zwar, aber mehr beiläufig, teilweise als Rechtfertigung dafür oder dagegen – alles in allem war es irgendwie ein Krieg der Medien, wobei es nur einen Verlierer geben konnte: Das Klima.
Klimaschutz fängt zu Hause an. Hier nur ein paar Stichworte:
- Energiesparlampen (kosten mittlerweile relativ wenig, im Mittel ca. 3 Euro)
- Kühlschrank (nicht neben der Heizung oder den Herd stellen, vielleicht auch die Küche generell kühl halten – spart alles super viel Energie)
- Tiefkühlprodukte (vor dem Zubereiten eine Stunde in den Kühlschrank legen, das gibt Kälte ab und der Kühlschrank muss weniger nachkühlen)
- Licht aus, Kerzen an (vor allem beim Fernsehen und es ist auch viel romantischer)
- Auto (einfach mal stehen lassen und das Fahrrad nehmen bzw. zu Fuß gehen, tut auch der eigenen Gesundheit gut.)
- Stromanbieter wechseln (mehr Öko-, weniger Atomstrom. Öko ist teilweise sogar günstiger)
- Geselligkeit (wer zu zweit oder in Gruppen Zeit miteinander verbringt, spart jede Menge Energie)
In diesem Sinne, ich erwarte gleich Besuch (wobei dieser bei sich die Heizung herunter dreht und alles Licht ausschaltet). Ich habe Kerzen angezündet und freue mich auf einen entspannten klimafreundlichen Abend. Meine Heizung ist im Übrigen auch etwas herunter gedreht, denn zu zweit und mit Kerzen braucht man weniger Wärme.