Freitag, 25. Januar 2008

Einsamkeit

Ich bin einsam. Seitdem ich erwachsen bin, war ich in jedem meiner Lebensabschnitte immer nur auf eine Person fixiert. Das bereitet mir nun große Probleme. Solange diese Person für mich da ist, ist mein Leben in Ordnung. Aber ist sie es nicht mehr, so bricht meine Welt zusammen, denn ich bin allein. Ich habe es über die Jahre nicht geschafft, mir einen Freundeskreis aufzubauen, der mir in den Abschnitten zur Seite steht, wo meine Fixperson nicht mehr für mich da ist, und mich auffängt. Ich habe gute Freunde, nicht viele, aber mit jedem bin ich im Herzen verbunden. Leider braucht mich niemand von meinen Freunden, denn alle sind durch Job bzw. Uni und meist auch durch einen Partner ausgelastet und eben nicht einsam. Ich bin einsam, weil ich all das nicht habe.

Ich brauche eine Aufgabe, eine Person die mich braucht, ich brauche Menschen, denen ich aktiv helfen kann – egal in welcher Form. Ich wünsche mir einen Partner, der einfach nur da ist, der meinen Alltag mit mir teilt und mir Nähe sowie Geborgenheit schenkt. Mein jetziges Leben besteht aus Aufstehen, am PC in Isolation arbeiten, darauf warten, dass es endlich Abend wird und ich dann fern sehen kann um irgendwann müde ins Bett zufallen. Ich kann mir nichts leisten, bin also nur zu Hause und die Sparziergänge mit meinem Hund sind auch nur eine Pflichtveranstaltung, als ein willkommender Zeitvertreib. Ich habe zu viel Zeit für mich und zu wenig um diese freie Zeit zu füllen. Ich empfinde meine Leben als wertlos und das schlägt sich auf meine Stimmung nieder.

Ich liebe Berlin, doch im Moment frisst mich diese Großstadt auf. Ich bin einer unter Millionen Menschen und neuerdings auch einer von denen, die in dieser Stadt ein einsames und tristes Dasein fristen. Niemand kümmert sich um den anderen, man ist da und wird dennoch von niemanden wahrgenommen. Ich bin allein und kann es nicht ändern. Spreche ich über meine Gedanken und Gefühle, sagt man mir, dass ich nicht allein sei und dass das alles schon wieder wird. Gut gemeinte Worte, ebenso wahre, aber es sind eben nur Worte und trotz aller Gewissheit bleibt das Gefühl, dass man einsam ist, spätestens wieder dann, wenn man nicht mehr in Gesellschaft weilt. Es tut weh und der Tunnel, in dem man sich befindet, ist endlos und dunkel. Was bleibt ist die Hoffnung, vor allem aber auch die Hoffnung darauf, dass man genug Kraft hat, all das zu überstehen.