Was Du für mich bist
Bin ich nicht für Dich
Wie ein Feuer in der Nacht
Leucht ich nicht für Dich
Ich hab das alles nicht ausgewählt
Ich hab nur da gestanden, wo die Liebe hinfällt
So wie Du für mich scheinst
Schein ich nicht für Dich
Meine Wärme erreicht Dich nicht
Ich hab meine Ziele nie so hoch gestellt
Ich hab bloß da gestanden, wo die Liebe hinfällt
Mein Herz war gebrochen
Schon vor deiner Zeit
Du wirst nicht der sein
Der es wieder heilt
Für mich wäre es besser
Dich nicht mehr zu sehen
Ich bin groß und stark
Und werd’s überstehen
[...]
Ist nicht weiter tragisch
Es gibt schlimmeres auf der Welt
Ist doch nur ein Versprechen
Was niemand hält
Ich hab mir das alles anders vorgestellt
Ich werde immer dastehen, wo die Liebe hinfällt
Montag, 31. Oktober 2005
Montag, 17. Oktober 2005
Der Weg ist das Ziel
Ich denke, dass das Hauptthema dieses Tagebuchs in nächster Zeit Julian bleiben wird. Er ist das, was mich am meisten bewegt. Julian. Eigentlich nenne ich ihn ja nur Kleiner, obwohl ich gerade dabei bin mir einen neuen Nick (Kosenamen) für ihn auszudenken. Momentaner Favorit ist Chemician, eine Mischung aus chemical und Julian, aber das ist es noch nicht. Julian nennt mich ja Hase, süß, aber so nennt er nicht nur mich, sondern auch noch zwei weitere Personen. Aber immerhin mit mir nur drei Leute. Kann ich mir darauf etwas einbilden? Eher weniger…
Julian hat mich verzaubert, ich denke sehr viel an ihn und würde am liebsten immer in seiner Nähe sein. Das klingt nach Liebe. Wenn es auf Gegenseitigkeit beruhen würde, würde das eine klassische Lovestory werden, aber die Gegenseitigkeit ist nicht vorhanden, zumindest nur in sehr begrenzter Form. Am Samstag fand DAS GESPRÄCH statt. Nicht zwischen Julian und mir, sondern zwischen Julian und meinem Widersacher Florian. Ergebnis Julian und Florian führen eine Beziehung, aber aufgrund der räumlichen Entfernung (Berlin & Bamberg) eine offene. Julian darf also mit anderen Typen Sex haben. Das könnte ich jetzt als einen Teilsieg verbuchen, denn so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch ich mit Julian Sex haben werde. Aber auch das wäre nur Sex, wenn auch sehr leidenschaftlicher, also mit Gefühl und nicht nur pure Triebbefriedigung. Schön, aber das reicht mir nicht, ich will Julian ganz für mich und ich will der Partner an seiner Seite sein! Da habe ich noch einiges vor mir.
Kommentare zur offenen Partnerschaft zwischen Julian und Flo erspare ich mir. Sonntagnachmittag habe ich mit Julian darüber gesprochen und ihm auch meine Zweifel bekundet, dass das funktioniert. Julian sieht es eigentlich ähnlich, aber er will es probieren. Es wird in einem Drama enden und ich denke, dass nach spätestens sechs Wochen dieses Experiment gescheitert ist. Aber man weiß es nicht. Und wenn es scheitern sollte, heißt das für mich noch lange nicht, dass ich als Gewinner hervor gehen werde, im Gegenteil, es wird weitere Konkurrenz dazu kommen, denn Julian wird sich nur wenige Gelegenheiten entgehen lassen. Er darf ja rumficken!
Es gibt Momente wo ich denke, dass es vielleicht besser wäre ganz die Finger ganz von Julian zu lassen und ihm ein Freund zu sein, ohne Beziehungs- und/oder Sexinteressen. Ja, diese Momente gibt es, aber sobald ich das nächste Mal in seine Augen schaue, sein Lächeln sehe oder ihn berühre will ich nur eins, ihn als Partner! Nachdem wir telefoniert oder uns gesehen haben, sehne ich mich schon ein paar Minuten später nach ihm und möchte am liebsten hinterher gehen oder ihn wieder anrufen. Wow, so starke Gefühle hatte ich bisher nur dreimal in meinem Leben. Bei Toby, bei Arndt und bei Ralphi. Diese drei habe ich geliebt, bedingungslos. Julian ist die Nummer vier – leider auch die größte Herausforderung. Was mich zusätzlich erstaunt, ist, dass mein Hund ähnlich empfindet. Er kennt Julian genauso lange wie ich, und hat ihn auch von der ersten Sekunde an ins Herz geschlossen. Für Hutch (meinem Hund) ist Julian bereits die Nummer drei der wichtigsten Menschen in seinem Leben. Ich bin nach wie vor die Nummer eins, dann kommt Ralphi und dann Julian. Als wir heute Julian zu einem Kiezspaziergang abholten und am S-Bahnhof Tiergarten ausgestiegen sind, wurde Hutch total euphorisch, weil er wusste, dass wir nun zu Julian gehen. Das und vor allen in dieser Intensität habe ich bei meinem Hund noch nie erlebt. Ja, Julian ist der Richtige! Ich muss kämpfen und alles daran setzen ihn für mich zu gewinnen.
Es stört mich nur, dass ich bei dieser ganze Sache berechnend vorgehen muss. Berechnung hat immer etwas von Ausnutzen und Egoismus. Das will ich nicht, ich will das verliebt sein genießen und möchte, dass es sich entwickelt, dass Julian die gleichen Gefühle für mich entdeckt und mich genauso will, wie ich ihn. So würde ich es mir wünschen, aber wann gehen Wünsche schon mal in Erfüllung. Selten, zumindest nicht solche. Ich werde also kämpfen müssen, strategisch vorgehen und werde leider auch nicht an Manipulation vorbei kommen. Ich muss geschickt sein, aber nur so wird es funktionieren. All diese Manipulation ändert jedoch nichts an meinen wahren Gefühlen, die ich für Julian habe. Diese Gefühle sind echt, kommen aus meinem Herzen und wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel!
Die ersten Schritte sind gemacht, aber der Weg ist noch weit. Ich hoffe, dass ich genug Kraft finden werden, diese Weg zu gehen und hoffe noch mehr, dass ich das Ziel auch finde, denn sicher kann ich mir nicht sein, aber mein Optimismus ist nur schwer tot zu kriegen. Julian, ich liebe dich!
Julian hat mich verzaubert, ich denke sehr viel an ihn und würde am liebsten immer in seiner Nähe sein. Das klingt nach Liebe. Wenn es auf Gegenseitigkeit beruhen würde, würde das eine klassische Lovestory werden, aber die Gegenseitigkeit ist nicht vorhanden, zumindest nur in sehr begrenzter Form. Am Samstag fand DAS GESPRÄCH statt. Nicht zwischen Julian und mir, sondern zwischen Julian und meinem Widersacher Florian. Ergebnis Julian und Florian führen eine Beziehung, aber aufgrund der räumlichen Entfernung (Berlin & Bamberg) eine offene. Julian darf also mit anderen Typen Sex haben. Das könnte ich jetzt als einen Teilsieg verbuchen, denn so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch ich mit Julian Sex haben werde. Aber auch das wäre nur Sex, wenn auch sehr leidenschaftlicher, also mit Gefühl und nicht nur pure Triebbefriedigung. Schön, aber das reicht mir nicht, ich will Julian ganz für mich und ich will der Partner an seiner Seite sein! Da habe ich noch einiges vor mir.
Kommentare zur offenen Partnerschaft zwischen Julian und Flo erspare ich mir. Sonntagnachmittag habe ich mit Julian darüber gesprochen und ihm auch meine Zweifel bekundet, dass das funktioniert. Julian sieht es eigentlich ähnlich, aber er will es probieren. Es wird in einem Drama enden und ich denke, dass nach spätestens sechs Wochen dieses Experiment gescheitert ist. Aber man weiß es nicht. Und wenn es scheitern sollte, heißt das für mich noch lange nicht, dass ich als Gewinner hervor gehen werde, im Gegenteil, es wird weitere Konkurrenz dazu kommen, denn Julian wird sich nur wenige Gelegenheiten entgehen lassen. Er darf ja rumficken!
Es gibt Momente wo ich denke, dass es vielleicht besser wäre ganz die Finger ganz von Julian zu lassen und ihm ein Freund zu sein, ohne Beziehungs- und/oder Sexinteressen. Ja, diese Momente gibt es, aber sobald ich das nächste Mal in seine Augen schaue, sein Lächeln sehe oder ihn berühre will ich nur eins, ihn als Partner! Nachdem wir telefoniert oder uns gesehen haben, sehne ich mich schon ein paar Minuten später nach ihm und möchte am liebsten hinterher gehen oder ihn wieder anrufen. Wow, so starke Gefühle hatte ich bisher nur dreimal in meinem Leben. Bei Toby, bei Arndt und bei Ralphi. Diese drei habe ich geliebt, bedingungslos. Julian ist die Nummer vier – leider auch die größte Herausforderung. Was mich zusätzlich erstaunt, ist, dass mein Hund ähnlich empfindet. Er kennt Julian genauso lange wie ich, und hat ihn auch von der ersten Sekunde an ins Herz geschlossen. Für Hutch (meinem Hund) ist Julian bereits die Nummer drei der wichtigsten Menschen in seinem Leben. Ich bin nach wie vor die Nummer eins, dann kommt Ralphi und dann Julian. Als wir heute Julian zu einem Kiezspaziergang abholten und am S-Bahnhof Tiergarten ausgestiegen sind, wurde Hutch total euphorisch, weil er wusste, dass wir nun zu Julian gehen. Das und vor allen in dieser Intensität habe ich bei meinem Hund noch nie erlebt. Ja, Julian ist der Richtige! Ich muss kämpfen und alles daran setzen ihn für mich zu gewinnen.
Es stört mich nur, dass ich bei dieser ganze Sache berechnend vorgehen muss. Berechnung hat immer etwas von Ausnutzen und Egoismus. Das will ich nicht, ich will das verliebt sein genießen und möchte, dass es sich entwickelt, dass Julian die gleichen Gefühle für mich entdeckt und mich genauso will, wie ich ihn. So würde ich es mir wünschen, aber wann gehen Wünsche schon mal in Erfüllung. Selten, zumindest nicht solche. Ich werde also kämpfen müssen, strategisch vorgehen und werde leider auch nicht an Manipulation vorbei kommen. Ich muss geschickt sein, aber nur so wird es funktionieren. All diese Manipulation ändert jedoch nichts an meinen wahren Gefühlen, die ich für Julian habe. Diese Gefühle sind echt, kommen aus meinem Herzen und wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel!
Die ersten Schritte sind gemacht, aber der Weg ist noch weit. Ich hoffe, dass ich genug Kraft finden werden, diese Weg zu gehen und hoffe noch mehr, dass ich das Ziel auch finde, denn sicher kann ich mir nicht sein, aber mein Optimismus ist nur schwer tot zu kriegen. Julian, ich liebe dich!
Freitag, 14. Oktober 2005
Neue Liebe, wieder mal komplizierter
Oh mein Gott, dass ich das noch mal erleben darf… Ich habe mal wieder Lust Tagebuch zu führen – na ja, ist ja gerade sowieso Trend, zumindest auf der Internetebene, nur nennt sich das dann Blog!
Sei’s drum – ich bin umgezogen, habe mich eingelebt und bin mal wieder in der Stimmung mein Leben zu drehen, Sachen zu ändern und dieses Mal hoffentlich weniger Fehler zu machen. Aber ich kenne mich doch… Schauen wir mal, vielleicht kann ich mich selber überraschen. Einfacher wäre es, wenn ich lernen würde Golf zu spielen, denn wie habe ich heute im STERN gelesen, beim Golf besiegt man sich selber und nicht einen Gegner. Könnte ich ein Golfer sein? Vielleicht, zumindest wäre es ein Herausforderung.
Zurück zum Tagebuch: Warum mache ich das eigentlich? Ich denke, ich bin einsam, also nicht wirklich, aber irgendwie dann doch. Meine besten Freunde sind verpartnert, ich habe meinen letzten Typen gerade abgeschossen (also schon vor Wochen), aber das war auch kein wirklicher Partner. Stefan, ja, süß war er ja, aber eine Diva, ein unverschämtes Wesen und dazu noch ein Hallore oder Hallenser (wohnt in Halle/Saale). Eines habe ich aber gelernt: Fernbeziehungen sind nicht mein Ding!
Ich bin gerade sehr emotional, okay, der Herbst kommt, da ist das normal – aber das Wetter ist noch sommerlich. Schuld an diesem ganzen Gefühlschaos ist dann aber eine andere Person: Julian. Ich glaube ich habe mich in ihn verliebt bzw. bin ganz kurz davor. Jetzt noch die Notbremse ziehen würde nicht viel bringen. Aber warum auch, verliebt sein ist doch schön, aber ich habe immer das Glück, dass ich auf Typen treffe, wo es gerade gar nicht passt. Im aktuellen Fall war ich ein paar Tage zu spät, denn der kleine Julian hatte sich wenige Tage vor unserem ersten aufeinander treffen in Florian verknallt. Ein Konkurrent, aber einer der bessere Karten hat, denn er war zu erst da und er sieht auch besser aus als ich, dann ist er noch jünger und hat wohl noch ein paar andere Sachen an sich, die für ihn sprechen. Kurios an der ganzen Sache ist nur, dass es wenn es zwischen ihm und Julian verbindlicher wird auf eine Fernbeziehung hinaus läuft. Diese Tatsache spricht für mich und eigentlich bin ich auch der bessere Mensch bzw. Partner für Julian. Ich habe nämlich Florian gestern kurz gesehen und wusste sofort, dass er Julian Stress machen wird. Es passt nicht, aber wer hört in dieser Situation schon auf mich – ich bin doch subjektiv. Ich werde mich wohl wieder mal in Geduld üben müssen, aber die Erfahrung lehrt mich, dass ich diesen Zustand dann auch nicht wochenlang aufrecht halten kann, denn eine Flamme erlischt, wenn kein neues Holz nachgelegt wird…
Julian ist toll, blutjung, aber erstaunlicherweise ziemlich reif. Auf jeden Fall stimmt die Chemie zwischen uns. Es würde toll werden, denn wir würden beide voneinander profitieren. Ich kann ihm die graue Realität näher bringen und er mir wieder etwas frische Naivität einhauchen. Das verliert man so schnell in einer Stadt wie Berlin und wenn man dann noch mit einem Charakter wie dem meinem gesegnet ist, dann erst recht!
Hey, ich haue mir gerade die volle Dosis Herzschmerz rein. Ich höre Rosenstolz (passender Weise: Ich will mich verlieben!) „Mit dir bin ich echt, weil ich wirklich bin!“ - Das bin ich mit Julian auch. Julian ist einmalig, nein, nicht wirklich, die ganze Situation erinnert mich irgendwie auch an meine Zeit mit Ralphi. Das war 2003, im Sommer, und es ging ähnlich los. Auch wir hatten uns gefunden, nur war es auch hier wieder der falsche Zeitpunkt. Ralphi und ich hatten eine schöne Zeit und sind heute noch die besten Freunde und lieben uns auch heute noch irgendwie, aber wir führen keine Beziehung. Irgendwann mal bestimmt, vielleicht in drei, vielleicht in fünf, vielleicht aber auch erst in zehn Jahren. Es wird kommen, da bin ich mir sicher und wenn wir nur zusammen unseren Lebensabend genießen… Aber im Moment möchte ich Julian, ich spüre soviel Potenzial, soviel Nähe und Geborgenheit. Das würde echt mal funktionieren, auch länger, weil wir ähnlich ticken, wenn wir auch 6 Jahre auseinander sind, aber das würde klappen. Garantiert.
Ich könnte seitenweise über Julian schreiben: Die Zeit, die wir miteinander verbringen ist einfach zu schön. Wir liegen stundenlang auf dem Sofa oder auch im Bett und kuscheln wie die Weltmeister. Wir bringen uns gegenseitig zum Lachen, können uns anschweigen und einfach nur unsere Nähe genießen, können dreckig feiern und nächtelang durchtanzen – es ist perfekt. Ich weiß auch, dass er für mich etwas, vielleicht sogar mehr empfindet, aber er ist Florian loyal gegenüber. Ich glaube es fällt ihm manchmal schwer, aber er zieht es durch. Warum auch immer. Nun denn, ich habe Florian heute offiziell zum Feind erklärt, denn ich will um Julian kämpfen, ich hoffe nur dass ich durchhalte. Es würde sich lohnen, aber ich darf mein „normales“ Leben auch nicht aus den Augen verlieren. Blöd an solchen Situationen ist immer, dass ich den Alltag dann vernachlässige, weil ich leide… Ja, ich bin ein Künstler, einer der leidet…
Sei’s drum – ich bin umgezogen, habe mich eingelebt und bin mal wieder in der Stimmung mein Leben zu drehen, Sachen zu ändern und dieses Mal hoffentlich weniger Fehler zu machen. Aber ich kenne mich doch… Schauen wir mal, vielleicht kann ich mich selber überraschen. Einfacher wäre es, wenn ich lernen würde Golf zu spielen, denn wie habe ich heute im STERN gelesen, beim Golf besiegt man sich selber und nicht einen Gegner. Könnte ich ein Golfer sein? Vielleicht, zumindest wäre es ein Herausforderung.
Zurück zum Tagebuch: Warum mache ich das eigentlich? Ich denke, ich bin einsam, also nicht wirklich, aber irgendwie dann doch. Meine besten Freunde sind verpartnert, ich habe meinen letzten Typen gerade abgeschossen (also schon vor Wochen), aber das war auch kein wirklicher Partner. Stefan, ja, süß war er ja, aber eine Diva, ein unverschämtes Wesen und dazu noch ein Hallore oder Hallenser (wohnt in Halle/Saale). Eines habe ich aber gelernt: Fernbeziehungen sind nicht mein Ding!
Ich bin gerade sehr emotional, okay, der Herbst kommt, da ist das normal – aber das Wetter ist noch sommerlich. Schuld an diesem ganzen Gefühlschaos ist dann aber eine andere Person: Julian. Ich glaube ich habe mich in ihn verliebt bzw. bin ganz kurz davor. Jetzt noch die Notbremse ziehen würde nicht viel bringen. Aber warum auch, verliebt sein ist doch schön, aber ich habe immer das Glück, dass ich auf Typen treffe, wo es gerade gar nicht passt. Im aktuellen Fall war ich ein paar Tage zu spät, denn der kleine Julian hatte sich wenige Tage vor unserem ersten aufeinander treffen in Florian verknallt. Ein Konkurrent, aber einer der bessere Karten hat, denn er war zu erst da und er sieht auch besser aus als ich, dann ist er noch jünger und hat wohl noch ein paar andere Sachen an sich, die für ihn sprechen. Kurios an der ganzen Sache ist nur, dass es wenn es zwischen ihm und Julian verbindlicher wird auf eine Fernbeziehung hinaus läuft. Diese Tatsache spricht für mich und eigentlich bin ich auch der bessere Mensch bzw. Partner für Julian. Ich habe nämlich Florian gestern kurz gesehen und wusste sofort, dass er Julian Stress machen wird. Es passt nicht, aber wer hört in dieser Situation schon auf mich – ich bin doch subjektiv. Ich werde mich wohl wieder mal in Geduld üben müssen, aber die Erfahrung lehrt mich, dass ich diesen Zustand dann auch nicht wochenlang aufrecht halten kann, denn eine Flamme erlischt, wenn kein neues Holz nachgelegt wird…
Julian ist toll, blutjung, aber erstaunlicherweise ziemlich reif. Auf jeden Fall stimmt die Chemie zwischen uns. Es würde toll werden, denn wir würden beide voneinander profitieren. Ich kann ihm die graue Realität näher bringen und er mir wieder etwas frische Naivität einhauchen. Das verliert man so schnell in einer Stadt wie Berlin und wenn man dann noch mit einem Charakter wie dem meinem gesegnet ist, dann erst recht!
Hey, ich haue mir gerade die volle Dosis Herzschmerz rein. Ich höre Rosenstolz (passender Weise: Ich will mich verlieben!) „Mit dir bin ich echt, weil ich wirklich bin!“ - Das bin ich mit Julian auch. Julian ist einmalig, nein, nicht wirklich, die ganze Situation erinnert mich irgendwie auch an meine Zeit mit Ralphi. Das war 2003, im Sommer, und es ging ähnlich los. Auch wir hatten uns gefunden, nur war es auch hier wieder der falsche Zeitpunkt. Ralphi und ich hatten eine schöne Zeit und sind heute noch die besten Freunde und lieben uns auch heute noch irgendwie, aber wir führen keine Beziehung. Irgendwann mal bestimmt, vielleicht in drei, vielleicht in fünf, vielleicht aber auch erst in zehn Jahren. Es wird kommen, da bin ich mir sicher und wenn wir nur zusammen unseren Lebensabend genießen… Aber im Moment möchte ich Julian, ich spüre soviel Potenzial, soviel Nähe und Geborgenheit. Das würde echt mal funktionieren, auch länger, weil wir ähnlich ticken, wenn wir auch 6 Jahre auseinander sind, aber das würde klappen. Garantiert.
Ich könnte seitenweise über Julian schreiben: Die Zeit, die wir miteinander verbringen ist einfach zu schön. Wir liegen stundenlang auf dem Sofa oder auch im Bett und kuscheln wie die Weltmeister. Wir bringen uns gegenseitig zum Lachen, können uns anschweigen und einfach nur unsere Nähe genießen, können dreckig feiern und nächtelang durchtanzen – es ist perfekt. Ich weiß auch, dass er für mich etwas, vielleicht sogar mehr empfindet, aber er ist Florian loyal gegenüber. Ich glaube es fällt ihm manchmal schwer, aber er zieht es durch. Warum auch immer. Nun denn, ich habe Florian heute offiziell zum Feind erklärt, denn ich will um Julian kämpfen, ich hoffe nur dass ich durchhalte. Es würde sich lohnen, aber ich darf mein „normales“ Leben auch nicht aus den Augen verlieren. Blöd an solchen Situationen ist immer, dass ich den Alltag dann vernachlässige, weil ich leide… Ja, ich bin ein Künstler, einer der leidet…
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