In fünf Tagen werde ich 33. Ich sitze hier an meinem PC, hatte drei Tage frei und war an allen drei Tagen im Nachtleben unterwegs. Ich fühle mich leer. Eigentlich sollte ich mit meinem Leben zufrieden sein, es läuft ganz gut, doch ich bin nicht zufrieden. Irgendetwas fehlt mir gerade, nur leider weiß ich nicht was.
Wo ist der Marco, der ausgeglichen ist? Noch vor wenigen Wochen habe ich meinen Job gemacht, bin an dem einen oder anderen freien Tag tanzen gewesen, hatte Spaß und bin zufrieden in die nächste Arbeitswoche gestartet. Derzeit stellt sich alles anders da. Ich gehe tanzen, hänge danach auf einem Chillout rum, gerne auch mal drei Tage lang, geh‘ nach Hause, ins Bett und am nächsten Tag auf Arbeit. Ein paar Tage später bin ich dann wieder im Club, fühle mich frei, genieße die Stimmung, die Leute und lande auf einem Chillout. Warum mach‘ ich das? Mein Leben hat mir doch eigentlich viel mehr zu bieten.
Je länger ich darüber nachdenke, umso klarer wird mir, dass ich eigentlich einen Freund haben möchte, der mir meine freien Tage versüßt. Aber die Sache mit dem Freund läuft irgendwie nicht so gut. Okay, es gibt da Basti, der schon ein toller Kandidat wäre, aber der will nicht. Gestern zu Beispiel: Basti und ich waren zuvor den ganzen Tag zusammen. Also es ging bereits am Donnerstag los. Chantal, wie immer eine schöne Clubnacht, danach Afterhour bis 12 Uhr. Wir fuhren zu ihm, duschten und zogen zum nächsten Chillout weiter. Dort nach einigen Stunden wieder zurück zum ersten Chillout, alles war gut. Anschließend ging es zu Rufus, bisschen etwas trinken und dann zur nächsten Party. Wieder eine nette Party, gute Musik, komische Leute, aber wir waren zusammen und das war schön. Überraschend früh so gegen halb vier sind wir dann zu mir, saßen ein wenig auf dem Sofa und gingen dann ins Bett. Ein bisschen Sex und dann schliefen wir zufrieden nebeneinander ein. Nach vier bis sechs Stunden, ich weiß nicht mehr, wann wir tatsächlich schliefen, standen wir auf, Basti machte sich fertig und dann saßen wir einfach auf dem Sofa und sprachen miteinander. Das war so schön normal, ich fühlte mich geborgen, ja, ich war zufrieden. Dann verließ er mich, was okay war und am Abend sahen wir uns wieder. Eine Flasche Sekt, Party 1, Party 2 und Party 3. Normalerweise habe ich dann die ganze Nacht etwas von ihm. Dieses Mal nicht. Bei Party 1 war noch alles in Ordnung, auf Party 2 zog meine ganze Aufmerksamkeit dann Stephan mit PH an sich und Basti hatte den Kleinen im Schlepptau. Wir waren zur viert auf der Party, aber nicht gemeinsam da. Das machte mich unzufrieden. Die Party war mies und na ja das einzige was man gut machen konnte war lästern, was ich erfolgreich mit Stephan mit PH machte. Dummerweise kam Stephan mit PH dann noch auf die Idee weiterzuziehen, dem sich Basti und ich ohne Gegenwehr anschlossen. Party 3 war überflüssig, aber die Musik war toll. Es wurde hell, so richtig hell und endlich ging es nach Hause. Gerne wäre ich wieder mit Basti in einem Bett gelandet und hätte das vom Tag zuvor wiederholt. Sofa liegen, nebeneinander einschlafen, aufstehen und weiter zusammen sein. Dazu kam es jedoch nicht. Am Ende blieb die Leere, die Sehnsucht und die Erkenntnis, dass es immer wieder schöne gemeinsame Momente geben wird, diese jedoch viel zu kurzweilig und rar gesät sind.
Warum kann man sich nicht einfach ineinander verlieben und sich so begehren, dass man am liebsten immer und überall zusammen ist? Warum nur? Lässt sich ein solcher Umstand nicht mit einem Partyleben vereinen? Findet man unter den ganzen Partyelsen tatsächlich nur den einen kleinen Moment? Wie macht man es richtig?
Nun, ich denke, ich werde meinen bevorstehenden Geburtstag noch einmal gebührend im Nachtleben feiern. WarmUp, Party, Chillout – Eine letzte große Party. Die üblichen Verdächtigen, die üblichen Substanzen, mit einem Knall zum schönen langweiligen Alltag zurück. Ich brauche eine Pause und einen Mann, der mir das Leben jenseits von Party und Job als das einzig wahre wieder näher bringt. Es reicht. Die Leere, die Sehnsucht am Tag danach fressen mich auf. Es wäre schön, wenn Basti mich begleiten würde, doch er wird es nicht tun. Nicht mich. Er muss raus aus meinem Kopf, denn so lang er sich dort aufhält, kann ich mich auf sonst niemanden einlassen. Es ist ein Fluch, ein grausamer obendrein.
Sonntag, 6. März 2011
Aus und vorbei, es muss sich etwas ändern.
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