Montag, 17. Oktober 2005

Der Weg ist das Ziel

Ich denke, dass das Hauptthema dieses Tagebuchs in nächster Zeit Julian bleiben wird. Er ist das, was mich am meisten bewegt. Julian. Eigentlich nenne ich ihn ja nur Kleiner, obwohl ich gerade dabei bin mir einen neuen Nick (Kosenamen) für ihn auszudenken. Momentaner Favorit ist Chemician, eine Mischung aus chemical und Julian, aber das ist es noch nicht. Julian nennt mich ja Hase, süß, aber so nennt er nicht nur mich, sondern auch noch zwei weitere Personen. Aber immerhin mit mir nur drei Leute. Kann ich mir darauf etwas einbilden? Eher weniger…

Julian hat mich verzaubert, ich denke sehr viel an ihn und würde am liebsten immer in seiner Nähe sein. Das klingt nach Liebe. Wenn es auf Gegenseitigkeit beruhen würde, würde das eine klassische Lovestory werden, aber die Gegenseitigkeit ist nicht vorhanden, zumindest nur in sehr begrenzter Form. Am Samstag fand DAS GESPRÄCH statt. Nicht zwischen Julian und mir, sondern zwischen Julian und meinem Widersacher Florian. Ergebnis Julian und Florian führen eine Beziehung, aber aufgrund der räumlichen Entfernung (Berlin & Bamberg) eine offene. Julian darf also mit anderen Typen Sex haben. Das könnte ich jetzt als einen Teilsieg verbuchen, denn so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch ich mit Julian Sex haben werde. Aber auch das wäre nur Sex, wenn auch sehr leidenschaftlicher, also mit Gefühl und nicht nur pure Triebbefriedigung. Schön, aber das reicht mir nicht, ich will Julian ganz für mich und ich will der Partner an seiner Seite sein! Da habe ich noch einiges vor mir.

Kommentare zur offenen Partnerschaft zwischen Julian und Flo erspare ich mir. Sonntagnachmittag habe ich mit Julian darüber gesprochen und ihm auch meine Zweifel bekundet, dass das funktioniert. Julian sieht es eigentlich ähnlich, aber er will es probieren. Es wird in einem Drama enden und ich denke, dass nach spätestens sechs Wochen dieses Experiment gescheitert ist. Aber man weiß es nicht. Und wenn es scheitern sollte, heißt das für mich noch lange nicht, dass ich als Gewinner hervor gehen werde, im Gegenteil, es wird weitere Konkurrenz dazu kommen, denn Julian wird sich nur wenige Gelegenheiten entgehen lassen. Er darf ja rumficken!

Es gibt Momente wo ich denke, dass es vielleicht besser wäre ganz die Finger ganz von Julian zu lassen und ihm ein Freund zu sein, ohne Beziehungs- und/oder Sexinteressen. Ja, diese Momente gibt es, aber sobald ich das nächste Mal in seine Augen schaue, sein Lächeln sehe oder ihn berühre will ich nur eins, ihn als Partner! Nachdem wir telefoniert oder uns gesehen haben, sehne ich mich schon ein paar Minuten später nach ihm und möchte am liebsten hinterher gehen oder ihn wieder anrufen. Wow, so starke Gefühle hatte ich bisher nur dreimal in meinem Leben. Bei Toby, bei Arndt und bei Ralphi. Diese drei habe ich geliebt, bedingungslos. Julian ist die Nummer vier – leider auch die größte Herausforderung. Was mich zusätzlich erstaunt, ist, dass mein Hund ähnlich empfindet. Er kennt Julian genauso lange wie ich, und hat ihn auch von der ersten Sekunde an ins Herz geschlossen. Für Hutch (meinem Hund) ist Julian bereits die Nummer drei der wichtigsten Menschen in seinem Leben. Ich bin nach wie vor die Nummer eins, dann kommt Ralphi und dann Julian. Als wir heute Julian zu einem Kiezspaziergang abholten und am S-Bahnhof Tiergarten ausgestiegen sind, wurde Hutch total euphorisch, weil er wusste, dass wir nun zu Julian gehen. Das und vor allen in dieser Intensität habe ich bei meinem Hund noch nie erlebt. Ja, Julian ist der Richtige! Ich muss kämpfen und alles daran setzen ihn für mich zu gewinnen.

Es stört mich nur, dass ich bei dieser ganze Sache berechnend vorgehen muss. Berechnung hat immer etwas von Ausnutzen und Egoismus. Das will ich nicht, ich will das verliebt sein genießen und möchte, dass es sich entwickelt, dass Julian die gleichen Gefühle für mich entdeckt und mich genauso will, wie ich ihn. So würde ich es mir wünschen, aber wann gehen Wünsche schon mal in Erfüllung. Selten, zumindest nicht solche. Ich werde also kämpfen müssen, strategisch vorgehen und werde leider auch nicht an Manipulation vorbei kommen. Ich muss geschickt sein, aber nur so wird es funktionieren. All diese Manipulation ändert jedoch nichts an meinen wahren Gefühlen, die ich für Julian habe. Diese Gefühle sind echt, kommen aus meinem Herzen und wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel!

Die ersten Schritte sind gemacht, aber der Weg ist noch weit. Ich hoffe, dass ich genug Kraft finden werden, diese Weg zu gehen und hoffe noch mehr, dass ich das Ziel auch finde, denn sicher kann ich mir nicht sein, aber mein Optimismus ist nur schwer tot zu kriegen. Julian, ich liebe dich!

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